Neue Kooperation zwischen dem Netzwerk OSP e.V. (i.G.) und der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gestartet
Das Netzwerk Orientierungs(studien)programme e. V. (OSP) und die Stiftung Innovation in der Hochschullehre haben eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Orientierung in der Studieneingangsphase und zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit geschlossen. Die auf drei Jahre angelegte Zusammenarbeit (01.07.2026 – 30.06.2029) verfolgt drei zentrale Ziele:
- Skalierung und Sichtbarkeit von Orientierungsstudienprogrammen bundesweit stärken
- Evidenz und Qualität von OSP-Lehrformaten weiterentwickeln – u. a. durch ein modulares Evaluationskonzept
- Diversitätssensible Studiengestaltung vorantreiben, mit besonderem Fokus auf unterrepräsentierte Zielgruppen
Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre unterstützt das Vorhaben finanziell sowie durch strategische Reichweite, wissenschaftliche Fundierung und Öffentlichkeitsarbeit. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit an sichtbaren, qualitätsgesicherten und chancengerechten Orientierungs(studien)programmen!
Über das Netzwerk
Über den Verein
Entstehung und Entwicklung
Das Netzwerk Orientierungs(studien)programme (OSP) wurde im November 2020 im Rahmen des Symposiums „Studienerfolg durch Orientierung“ in Frankfurt am Main gegründet. Ausgangspunkt war das gemeinsame Anliegen, Orientierungs(studien)programme am Übergang zwischen Schule und Studium bzw. in der Studieneingangsphase durch offenen standortübergreifenden Austausch nachhaltig zu stärken und ihre Rolle im tertiären Bildungssystem sichtbar zu machen. Zunächst entstand eine informelle Community of Practice, die Programmkoordinator:innen, Studienberatende, Lehrende sowie Akteur:innen aus Qualitäts- und Organisationsentwicklung vernetzte. Dieses Netzwerk verband etablierte OSP-Formate (z. B. MINT-grün/TU Berlin, LeibnizKolleg/Tübingen) mit neu entwickelten Programmen (u. a. VerOnika-Verbundprojekt, Orientierungsstudium/TU Hamburg, Goethe-Orientierungsstudium/Frankfurt/M, StartIng/HS Offenburg). Aktuell umfasst das Netzwerk OSP rund 50 Programme bzw. Hochschulstandorte und steht kontinuierlich im Austausch mit weiteren Hochschulen, die ein OSP einführen oder planen.
Ein erster struktureller Meilenstein war die Bildung einer OSP-Kerngruppe aus Vertreter:innen der TU Hamburg, TU Berlin, Universität Kassel, Goethe-Universität Frankfurt/M sowie dem BMBFgeförderten Verbundprojekt VerOnika (Verzahnte Orientierungsangebote an der Schnittstelle zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung). Die Kerngruppe übernahm Koordinations- und Vernetzungsaufgaben, organisierte regelmäßige Netzwerktreffen und trieb die strukturelle Weiterentwicklung des Netzwerks voran. Zudem fungierte sie als Ansprechpartner für interessierte Hochschulen und vermittelte den Austausch von „Best-Practice“ Beispielen sowie von „Lessons Learned“. Mit der Einrichtung einer OSP-Webseite entstand zudem eine bundesweit sichtbare Informations- und Transferplattform, die erstmalig einen Überblick über die OSP-Landschaft bot und Studien- wie Programminteressierte gleichermaßen adressiert.
Dies ist ein Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik.
Das Netzwerk wurde durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre im Rahmen des Projekts PrOSPero von April 2023 bis März 2025 gefördert.
„Netzwerk OSP e.V.“
Der bislang bedeutendste Entwicklungsschritt wurde im Dezember 2025 mit der Gründung des gemeinnützigen Vereins „Netzwerk OSP e.V.“ vollzogen. Mit der Überführung des zuvor informellen Netzwerks in eine verbindliche Organisationsstruktur wurden die Voraussetzungen für nachhaltige bundesweite Transferwirkung, Professionalisierung und strategische Weiterentwicklung geschaffen. Maßgeblich vorbereitet und unterstützt wurde dieser Prozess durch die Förderung des Projekts „PrOSPero“ (Professionalisierung des hochschul-übergreifenden Netzwerks Orientierungs(studien)programme, 2023–2025) durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre im Rahmen der Ausschreibung „Fokus Netzwerke“.
Der Verein mit Sitz an der TU Berlin befindet sich derzeit im Aufbau stabiler Governance- und Kooperationsstrukturen. Ein weiterer Meilenstein ist die für November 2026 anvisierte vierte OSP-Netzwerktagung, die die bundesweite Vernetzung weiter stärken und die strategische Ausrichtung des Netzwerks schärfen soll.
Gewählt wurden am 24. November 2025 Christian Schröder (TU Berlin) als 1. Vorstand, Stephanie Sumner (Uni Potsdam) als 2. Vorstand und Bianca Bertulat (Uni Frankfurt/M.) als Finanzvorstand.
Inhaltliche Ziele und zukünftige Arbeitsschwerpunkte des Vereins
Orientierungs(studien)programme (OSP) adressieren Orientierungsbedarfe, die aus zunehmend diversen Bildungsbiografien sowie aus Profilbildungsprozessen der Hochschulen im Post-BolognaKontext resultieren. Sie zielen darauf ab, Bildungsdurchlässigkeit und Chancengerechtigkeit zu erhöhen, eine reflektierte Studienfachwahl bzw. eine bewusste Entscheidung für alternative Bildungswege zu fördern und damit mittel- und langfristig Studienerfolg zu stärken sowie Abbruchquoten zu senken. Zugleich fungieren OSP als Reallabore für Lehr- und Organisationsinnovation, in denen neue didaktische Konzepte, flexible Curricula und verzahnte Beratungsstrukturen erprobt, weiterentwickelt und in Regelstrukturen überführt werden können. Die Studieneingangsphase erweist sich dabei zunehmend als strategischer Schlüsselbereich für Qualität, Diversität und nachhaltige Hochschulentwicklung.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Netzwerk OSP e. V. das Ziel, Orientierungs(studien)programme als wirkungsvolle (Entscheidungs-)Bausteine an der Schnittstelle zwischen Schule, Studium und Ausbildung in der Hochschullandschaft sowie im bildungspolitischen Diskurs zu verankern und relevante Stakeholder nachhaltig zu vernetzen. Hierzu werden insbesondere folgende Ebenen adressiert: (1) evidenzbasierte didaktische (Weiter-)Entwicklung wirksamer OSP auf Grundlage standortübergreifender Qualitätsstandards; (2) systematische Auseinandersetzung mit der Evaluation von Orientierungserfolg und der Wirksamkeit aller OSP-Teilaspekte; (3) offener, standortübergreifender Austausch zu administrativ-operativen Herausforderungen und Gelingensbedingungen; (4) Information und Kommunikation auf bildungspolitischer Landes- und Bundesebene sowie in die deutschsprachige Hochschullandschaft.
Ergänzend vertiefen thematische OSP-Arbeitsgruppen aktuelle und übergeordnete Bedarfe innerhalb des Netzwerks. Die entsprechenden Arbeitsergebnisse und gewonnen Erkenntnisse unterstützen Akteur:innen innerhalb und Entscheidungsträger:innen operativ und strategisch.
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